Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im vergangenen Jahr stand unser Unternehmen über mehrere Monate weltweit im Fokus der Öffentlichkeit. Die geplante Übernahme durch Grand Chip Investment GmbH (GCI) hatte zum Ziel, den Zugang zum wichtigen chinesischen Markt abzusichern und gleichzeitig das gesamte Produktportfolio zur Marktreife zu bringen. Nach der Anordnung des amerikanischen Präsidenten, in der er die Übernahme des US-Geschäfts von AIXTRON durch den Bieter untersagte, und dem folgenden Rückzug des Investors, hat AIXTRON seine Unternehmensstrategie, die auf eine nachhaltige Rückkehr in die Profitabilität und ein positives Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2018 abzielt, neu ausgerichtet. Diese gilt es nun umzusetzen.

Das große Medieninteresse an der Transaktion hat verdeckt, dass im operativen Bereich unseres Unternehmens in 2016 wieder wichtige Fortschritte erzielt wurden. So haben wir nach einem schwierigen Start unsere zu Jahresbeginn kommunizierten Finanzziele erreicht. Mit einer starken zweiten Jahreshälfte, in der wir wie geplant ein positives Ergebnis ausweisen, konnten wir erneut die Ergebnislage des Unternehmens für das Gesamtjahr verbessern, auch wenn wir aufgrund der weiterhin hohen Forschungs- und Entwicklungskosten noch keine schwarzen Zahlen schreiben.

Der Gesamtumsatz bewegte sich mit EUR 196,5 Mio. trotz eines nach wie vor schwierigen Marktumfeldes auf dem Niveau des Vorjahres, wobei starke Umsätze in den Bereichen Opto- und Leistungselektronik sowie Silizium wichtige Beiträge leisteten. Der Auftragseingang in 2016 erreichte mit EUR 225,1 Mio. den höchsten Wert seit 2011.

Die in den vergangenen Jahren eingeleitete Diversifizierung unseres Technologie- und Produktportfolios wurde erfolgreich fortgesetzt: Anlagen für die Opto- (ohne LED) und Leistungselektronik tragen inzwischen mit 48% fast die Hälfte zum Anlagenumsatz des AIXTRON Konzerns bei und im Geschäft mit der Siliziumindustrie haben wir den Umsatzanteil im Vergleich zum Vorjahr noch einmal von 19% auf 21% steigern können. Der Umsatz mit LED-Anlagen, unter anderem für die Produktion roter, oranger und gelber LEDs (ROY) sowie UV-LEDs, liegt stabil bei 26%. Erfreulich war insbesondere, dass wir aufgrund unserer Stärke in der Optoelektronik, nach unseren Berechnungen in 2016 wieder Weltmarktführer bei MOCVD-Anlagen waren.

Kontinuierliche Verbesserung von Margen

Die erneut verbesserten Ergebniskennzahlen sind bei stabilen Betriebskosten insbesondere auf den Anstieg der Bruttomarge auf 29% (2015: 25%; 2014: 20%) zurückzuführen. Ursächlich hierfür ist vor allem die gesteigerte Effizienz in Produktion und Kundendienst, die auch zu niedrigeren Abschreibungen auf Vorratsbestände geführt hat.

Der Anteil der Betriebskosten stabilisierte sich trotz der nach wie vor bedeutenden Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (2016: EUR 54,0 Mio.) auf knapp 40% des Umsatzes. Das verdeutlicht unseren Umdenkprozess der vergangenen Jahre hin zu einem strikten Kostenbewusstsein.

Vor diesem Hintergrund konnten wir die Verluste des Unternehmens erneut begrenzen und im Gesamtjahr zentrale Kennzahlen wie EBIT (+20%) und EBITDA (+52%) weiter verbessern. Mit einem in Summe positiven EBITDA im zweiten Halbjahr 2016 in Höhe von EUR 12,1 Mio. konnten wir uns sowohl im Vergleich zum ersten Halbjahr als auch im Jahresvergleich deutlich steigern.

Fortschritte haben wir auch bei einigen Bilanzpositionen gemacht. Investitionen wurden sehr gezielt getätigt und Überbestände, insbesondere bei AIX R6, deutlich reduziert. Zwar haben sich die Forderungsbestände aufgrund der hohen Auslieferungen im Dezember 2016 erhöht, der daraus resultierende hohe Zahlungseingang in den ersten Wochen dieses Jahres wird jedoch den Free Cash Flow in 2017 positiv beeinflussen. Die Eigenkapitalquote von AIXTRON stieg zum Ende des Geschäftsjahres auf 85%, eine externe Bankenfinanzierung wird weiterhin nicht benötigt.

Neuausrichtung von AIXTRON

Nach dem Ende der geplanten Übernahme durch Grand Chip Investment (GCI) im Dezember 2016 konzentriert sich AIXTRON in seiner Unternehmensstrategie nun auf die optimale Aufstellung des Technologieportfolios. Vor diesem Hintergrund verfolgt AIXTRON derzeit unterschiedliche Möglichkeiten, wie die notwendigen Vorlaufkosten für die Entwicklung zukunftsweisender Technologien für AIXTRON verringert werden können. Hierzu gehören die Suche nach Partnern genauso wie die Prüfung von Joint Ventures und anderer Möglichkeiten. All diese Maßnahmen zielen auf die nachhaltige Rückkehr zur Profitabilität und ein positives Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2018 ab.

Zielgerichtete Investitionen in Zukunftstechnologien

In der Forschung & Entwicklung konzentrieren wir uns auf Zukunftstechnologien für Anwendungen wie Leistungshalbleiter, neue Prozessoren für Logik oder Organische Leuchtdioden (OLED). Deshalb haben wir den Anteil dieser Technologien an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten in den letzten Jahren von rund 30% (2014) auf über 60% (2016) verdoppelt. Damit schaffen wir die Voraussetzung, diese Technologien in den kommenden Jahren mit innovativen Produkten im Halbleiter- und Displaymarkt zu positionieren. Die von uns zu diesem Zweck implementierten Technologie- und Produktentwicklungsprozesse stellen sicher, dass der Einsatz der vorhandenen Ressourcen effizient und effektiv erfolgt.

Breites Technologie- und Produktportfolio stabilisiert Umsatzbasis

Auf Produktebene registrieren wir eine weiterhin steigende Nachfrage nach unseren Planetenanlagen, die vor allem in der Opto- und Leistungselektronik zum Einsatz kommen. Einer der Hauptgründe für den Erfolg dieser Technologie liegt in ihren Vorzügen bei Homogenitäts- und Qualitätsanforderungen, die unseren Kunden erhebliche Vorteile bei der Verarbeitung der produzierten Wafer ermöglichen.

Wachstumstreiber für die Optoelektronik war vor allem die zunehmende Bedeutung großer Technologietrends wie Big Data, Cloud Computing, Virtual und Augmented Reality oder der neue Mobilfunkstandard 5G. Mit unseren Anlagen für Anwendungen wie Laser, RF-Chips, Infrarot-LEDs, Sensoren und Photovoltaik ermöglichen wir Unternehmen der Kommunikations-, IT- und Automobilindustrie, die aus diesen Technologietrends resultierenden Anforderungen zu bedienen. Optoelektronik steht in 2016 mit einem noch einmal gesteigerten Umsatzanteil von 34% für mehr als ein Drittel des AIXTRON Umsatzes und besitzt für die kommenden Jahre aufgrund unserer starken Marktposition weiteres Wachstumspotenzial. Aktuelle Anwendungen sind Sensoren im Auto (für Aufmerksamkeitsassistenten oder Abstandsmelder), Laser bzw. Hochfrequenzbauelemente in der Kommunikation (für 3D-Sensorik, Breitband oder mobile Datenübertragung) und Laser zur Datenübertragung in Höchstgeschwindigkeit (für Video-Streaming, Online-Shopping oder Autonomes Fahren).

In der Leistungselektronik ging unser Umsatz in 2016 zwar leicht zurück, doch rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einer weiterhin soliden Nachfrage nach unseren preisgekrönten AIX G5-Planetenanlagen. Hintergrund ist, dass der Übergang von der F&E- in die Produktionsphase bei immer mehr unserer Kunden an Dynamik gewinnt und die Zahl der Anwendungen vor allem in den Bereichen Automobil, Industrie und Konsumgüter stetig steigt. Erste praktische Anwendungen sogenannter Wide-Band-Gap-Bauelemente auf Basis von Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) sehen wir derzeit schon in Schnellladegeräten für mobile Endgeräte, für erneuerbare Energien oder in Elektrofahrzeugen und Zügen. Darüber hinaus werden diese hochleistungs- und hochfrequenzfähigen Bauelemente künftig in der Elektromobilität (Ladestationen, Autonomes Fahren), in Anwendungen für Wireless Charging oder dem kommenden Mobilfunkstandard 5G beschleunigt Einzug halten.

Der Markt für LED-Anlagen ist weiterhin herausfordernd, bietet aber auch Chancen. Durch den Wettbewerbsdruck bei Beleuchtungsanwendungen arbeiten die Kunden intensiv an signifikanten Durchsatzsteigerungen mittels neuer Fertigungsabläufe in der Chipproduktion. An den dadurch verringerten Investitionen in Kapazitätserweiterungen einzelner Kunden sowie Investitionen in produktiveren Ersatzbedarf hat AIXTRON dennoch durch den Verkauf von AIX R6 Lagerbeständen partizipiert. Im vergangenen Jahr qualifizierten Kunden erstmals chinesische Wettbewerber, insbesondere zur Produktion von GaN LEDs für Beleuchtungsanwendungen. Vor diesem Hintergrund konzentrieren wir uns bei AIXTRON aktuell erfolgreich auf Anlagen für die Produktion von Rot-Orange-Gelb-LEDs sowie für spezielle Anwendungen wie zum Beispiel Micro-LED -Displays oder UV-LEDs zur Wasserentkeimung. Auf dieser Basis werden wir unsere Position bei innovativen LED-Anwendungen weiter ausbauen.

In unserem Geschäft mit der Siliziumhalbleiter-Industrie konnten wir 2016 im Bereich Speicherchips von der gestiegenen Nachfrage nach Flash-Speichern profitieren. Diese Speicherbausteine finden Verwendung in Speicherkarten, USB-Sticks oder MP3-Playern. Wir liefern unsere Anlagentechnologie nicht nur seit langem an einen der weltweit führenden Hersteller, sondern haben im vergangenen Jahr auch den Qualifikationsprozess bei einem weiteren Neukunden erfolgreich abgeschlossen.

Mit unserer MOCVD-Technologie für III-V-auf-Silizium-Anwendungen (TFOS) versetzen wir Prozessorhersteller in die Lage, hochleistungsfähige Bauelemente zu entwickeln. Im vergangenen Jahr konnten wir mit der Lieferung einer weiteren TFOS-Anlage an einen namhaften Chiphersteller Fortschritte auf diesem Feld verbuchen. Wir entwickeln die TFOS-Technologie weiter, um beispielsweise die fortschreitende Vernetzung von Alltagstechnik und Maschinen im Internet der Dinge (IoT) auch in Zukunft unterstützen zu können. Der Erfolg von AIXTRON auf diesem Gebiet wird entscheidend vom Zeitpunkt der Einführung dieser neuen Materialien in die Produktion der nächsten Prozessorgenerationen abhängen.

In der organischen Elektronik haben wir im vergangenen Geschäftsjahr Fortschritte bei der weiteren Vermarktung unserer OLED-Technologie gemacht. Mit der Auslieferung einer Beta-Anlage in der Größe Gen1 (200 x 200 mm) an einen großen Display-Hersteller zur Demonstration unserer Produktionsprozesse vor Ort haben wir einen entscheidenden Schritt gemacht, wodurch wir dem ursprünglich für 2016 angestrebten ersten Auftrag einen wichtigen Schritt näher gekommen sind. Dazu werden wir eng mit dem Kunden zusammenarbeiten, da die Anpassung unserer Technologie an die aktuellen Produktionsprozesse des Herstellers nicht nur ein gegenseitiges Verständnis der Technik, sondern auch Zeit benötigt.

Der Umsatz mit Anlagen für Graphen und Nanomaterialien wie Kohlenstoff-Nanoröhren und Kohlenstoff-Nanodrähte hat sich nach den zuletzt starken Umsatzjahren infolge eines von der EU geförderten Großprojekts etwas verlangsamt. Jedoch setzen wir weiterhin auf das Potenzial dieser Technologien, die zukünftig in Anwendungen wie Displays, Batterien, Halbleitern und vielen mehr zum Einsatz kommen werden. Hierzu befinden wir uns in engem Kontakt mit zahlreichen Kunden.

Interne Prozesse und Instrumente sorgen für Produktivität und Transparenz

In den vergangenen Jahren lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Definition und Einführung wichtiger Prozesse und Instrumente in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Lieferkette, Controlling, Personalentwicklung und Kommunikation. Damit konnten wir die Produktivität und Transparenz grundlegend verbessern.

Rückzug von der NASDAQ vollzogen

Ende vergangenen Jahres haben wir die Entscheidung getroffen, uns von der US-Technologiebörse NASDAQ zurückzuziehen. Der Handel an der NASDAQ belief sich 2016 auf weniger als 5% des weltweiten Handelsvolumens der AIXTRON Stammaktien, während fast der gesamte Rest des Handels über die Notierung des Unternehmens an der Frankfurter Wertpapierbörse abgewickelt wurde. Aufgrund dieses relativ geringen Handelsvolumens an der NASDAQ sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Nachteile resultierend aus der Komplexität sowie den Kosten und des Aufwands für die Beibehaltung der doppelten Notierung, inklusive der Berichtspflichten für die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), die Vorteile einer Notierung und Registrierung in den Vereinigten Staaten überwiegen. Das Delisting der AIXTRON Aktien ist Anfang Januar 2017 in Kraft getreten.

AIXTRON berichtet erstmals über Nachhaltigkeit

Erstmals legt AIXTRON einen Nachhaltigkeitsbericht in Anlehnung an die Leitlinien der Global Reporting Initiative vor. Damit dokumentieren wir unser klares Bekenntnis zu Transparenz, Nachhaltigkeit und zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Unserer Geschäftstätigkeit liegt eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung zugrunde, die auf Integrität und die Einhaltung von Compliance-Grundsätzen setzt. Dies gilt im Unternehmen und im Umgang mit unseren Geschäftspartnern.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

da dies mein letzter Geschäftsbericht als Vorstandsvorsitzender Ihres Unternehmens ist, möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz besonders bei Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Aufsichtsrat von AIXTRON bedanken.

Zunächst danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den vergangenen Jahren trotz Unsicherheiten mit großem Engagement dafür gesorgt haben, dass die nicht immer einfachen, aber notwendigen Veränderungen im Unternehmen erfolgreich umgesetzt und vorangetrieben wurden.

Darüber hinaus möchte ich mich auch im Namen von Herrn Dr. Schulte beim Aufsichtsrat für die aktive Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren, insbesondere während der intensiven Transaktionsverhandlungen der vergangenen Monate, bedanken.

Ein ganz besonderer Dank gilt Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die sie den kontinuierlichen Veränderungsprozess bei AIXTRON unterstützen und begleiten. Auch ohne die geplante Übernahme haben wir mit der Umsetzung unserer mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Strategie die richtigen Schritte eingeleitet, um mittels Partnerschaften, Joint Ventures und anderer Maßnahmen im Jahr 2018 wieder profitabel zu werden.

Ich verlasse AIXTRON in der Zuversicht, dass sich das Unternehmen mit der eingeschlagenen Strategie, den innovativen Produkten für zahlreiche wichtige Zukunftsmärkte, den implementierten Prozessen, den gestärkten Kundenbeziehungen, seinen hochqualifizierten Mitarbeitern und der klaren Ergebnisorientierung auf einem guten Weg zurück zu nachhaltiger Profitabilität befindet.

Ihr
Martin Goetzeler

Vorstand



 
     
Martin Goetzeler
Vorsitzender des Vorstands
  Dr. Bernd Schulte
Vorstandsmitglied
     


Nachhaltigkeitsbericht

Unsere Corporate Social Responsibility Strategie

Corporate Social Responsibility (CSR) bedeutet für AIXTRON, im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen. Angestrebt wird die Integration von Nachhaltigkeit in alle Bereiche und Prozesse des Unternehmens. Basierend auf einer Wesentlichkeitsmatrix entwickelt AIXTRON aus diesem Grund derzeit eine unternehmensweite CSR-Strategie. Der Dialog mit wichtigen Stakeholdern wie Kunden, Mitarbeitern, Aktionären und Politik sowie Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen bildet eine wesentliche Basis dieses Prozesses.

Aufbauend auf dem „Drei-Säulen-Modell zur nachhaltigen Entwicklung“ mit den thematischen Schwerpunkten Ökonomie, Ökologie und Soziales definiert die CSR-Strategie ausgewählte Handlungsfelder. Im Kerngeschäft sollen soziale, ökologische und Governance-Faktoren berücksichtigt werden.

AIXTRON ist bestrebt, sein gesellschaftliches Engagement durch gezielte Förderung auch künftig fortzuführen und nach Möglichkeit zu intensivieren. Dabei wird AIXTRON den Schwerpunkt auf die Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte legen.

Werte, Grundsätze, Verhaltensstandards und -normen

Werte
AIXTRONs Werte sind die Grundlage des gesamtunternehmerischen Handelns. Sie bestimmen den Umgang untereinander sowie mit den Kunden und Partnern der Gesellschaft. AIXTRON strebt durch zielorientiertes Handeln stets eine führende Position an, agiert vorausschauend und setzt aktiv Zukunftsimpulse. Eine offene und aufgeschlossene Kommunikation sorgt für eine gesunde Unternehmenskultur, in der der Konzern seiner Verantwortung gerecht wird.

Führungsprinzipien
Die Führungsprinzipien sind wichtige Gestaltungselemente von AIXTRONs Führungskultur und ein wichtiger Gestaltungsrahmen für alle Führungskräfte im Unternehmen. Sie fordern alle Führungskräfte dazu auf, die Kundenbedürfnisse zu identifizieren und daraus klare, erfolgsorientierte Unternehmensziele abzuleiten. Entscheidungen werden nachhaltig getroffen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. AIXTRONs Führungskräfte sind bestrebt selbst als Vorbilder zu agieren und die Mitarbeiter zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Begleitet wird dies durch ein Streben nach ständiger Verbesserung durch eine partnerschaftliche und konstruktive Feedback-Kultur.

Konfliktmineralien
AIXTRON verpflichtet sich und seine Lieferanten zur Einhaltung von ethischen und moralischen Standards bei Einkauf und Verwendung von sogenannten Konfliktmineralien (Gold, Tantal, Wolfram sowie Zinn). AIXTRON ist bestrebt, Transparenz in Bezug auf die Herkunft der genannten Mineralien herzustellen.

Umwelt- und Energiemanagement

Energiemanagement
AIXTRON ist der verantwortungsvolle Umgang mit Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch gleichermaßen wichtig. Unter anderem zur Optimierung des Energieverbrauchs, wurde im Jahr 2013 ein systematisches Energiemanagement eingeführt, welches 2014 nach ISO 50001 zertifiziert wurde (weitere Informationen finden sich im Konzernlagebericht unter „1.4. Geschäftsmodell“). Wegen der erforderlichen Heiztemperaturen der MOCVD-Anlagen ist deren Betrieb sehr energieintensiv. Dies verursacht jedes Jahr einen erheblichen Strom- und Gasverbrauch. Die Sicherstellung der Reinraumbedingungen im Labor erfordert weiteren Aufwand.

AIXTRON hat durch die Umsetzung gezielter Maßnahmen zur effizienteren Nutzung der Energie eine Senkung des Energieverbrauchs und der entsprechenden Kosten erzielt. Dies führte in den vergangenen zwei Jahren zu einer Reduktion des Energieverbrauchs um 21% (2014: 19.178.660 kWh; 2016: 15.207.294 kWh), sowie des CO2-Ausstoßes von 4.219t CO2 im Jahr 2014 auf 3.346t CO2 im Jahr 2016, was einer Einsparung über beide Jahre von rund 1.600t CO2 entspricht.

EnergieEffizienz-Netzwerk
Auch in Zukunft wird AIXTRON - wo immer möglich - Projekte zur weiteren Reduktion des Energieverbrauchs initiieren und umsetzen. AIXTRON hat sich zu diesem Zweck mit mehreren Unternehmen aus der Region Aachen zum "EnergieEffizienz-Netzwerk" zusammengeschlossen. In dem Verbund unter Führung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen tauschen sich Energieexperten der teilnehmenden Betriebe drei Jahre lang unter fachkundiger Anleitung aus. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Energiebilanz in den jeweiligen Unternehmen.

Umweltschutz
Ressourcen schont AIXTRON auf dem Weg zum „papierlosen Büro“. Hier konnte beispielsweise der Papierverbrauch bei AIXTRON Ltd., Großbritannien, von 108.000 Blatt pro Quartal in 2011 auf rund 59.000 Blatt pro Quartal in 2016 gesenkt werden.

Gesellschaftliches Engagement

AIXTRON ist Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die eine wachsende Vernetzung und einen stetigen Dialog mit seinem Umfeld erfordert. AIXTRON ist aus seinem Werteverständnis heraus bestrebt, als aktiver Partner ein gutes nachbarschaftliches Umfeld zu schaffen, um dadurch seiner gesellschaftlichen Rolle gerecht zu werden und diese aktiv zu gestalten.

Mitarbeiter
Leistung und Motivation der Mitarbeiter des Unternehmens sind Grundvoraussetzungen für AIXTRONs Erfolg. Ohne exzellent qualifizierte Mitarbeiter wäre die Entwicklung neuester Technologien durch den Transfer aktueller Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte nicht möglich.

Verhaltenskodex
Der Verhaltenskodex regelt weltweit die Grundsätze über den Umgang mit Mitarbeitern aber auch der Mitarbeiter untereinander. Dieser gibt auch einen Orientierungsrahmen für Themen wie Interessenkonflikte, Engagement in öffentlichen Angelegenheiten, Umgang mit Unternehmensvermögen und vertraulichen Informationen, Verhalten im Wettbewerb, Schutz der Umwelt etc. Der Compliance-Verhaltenskodex von AIXTRON ist verbindlich für alle Mitarbeiter von AIXTRON und stellt einen wesentlichen Teil der Unternehmenskultur dar.

Mitarbeiterauswahl und -kultur
Informationen zur Mitarbeiterauswahl sind im Konzernlagebericht unter „1.10. Mitarbeiter“ zu finden.

Innovationsmanagement
Als Teil seines Innovationsmanagementprozesses verfügt AIXTRON weltweit über ein betriebliches Vorschlagswesen. Dadurch wird allen Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnet, ihre Verbesserungsvorschläge einzureichen. Diese werden vom Unternehmen in angemessener Form vergütet. Seit seiner Einführung im Herbst 2014 wurden bereits über 300 Verbesserungsvorschläge eingereicht, von denen knapp 100 akzeptiert bzw. umgesetzt worden sind. Die Zahl der eingereichten und anerkannten Verbesserungsvorschläge ist seit der Einführung stetig gewachsen.

Zeitarbeit bei der AIXTRON SE
Aufgrund teilweise starker Nachfrageschwankungen ist AIXTRON auf den Einsatz von Leiharbeitnehmern angewiesen. AIXTRON arbeitet hier ausschließlich mit namhaften Ingenieurdienstleistern und Zeitarbeitsunternehmen zusammen. AIXTRON stellt eine gleichwertige Vergütung der Zeitarbeitnehmer im Vergleich zu den eigenen Mitarbeitern in ähnlichen Funktionen sicher.

Neben der gleichen Bezahlung folgt AIXTRON auch dem Gleichbehandlungsgrundsatz von Leiharbeitern und Stammbelegschaft, beispielsweise bei Prämien, der Nutzung der Kantine oder auch bei der Teilnahme an betrieblichen Veranstaltungen.

Im vergangenen Jahr lag die Anzahl der Leiharbeitnehmer im Schnitt bei zehn Personen und variierte zwischen einem und maximal 19 Zeitarbeitnehmern. Sollte die Arbeitnehmerüberlassung im Einzelfall länger als zwölf Monate andauern, erfolgt eine erneute Prüfung des Einsatzes.

Ausbildung
Die Gesellschaft investiert in Deutschland auch durch die systematische Ausbildung junger Menschen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Jungen Frauen und Männern bietet AIXTRON Perspektiven in verschiedenen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen an – vom Fachinformatiker, über den Industriekaufmann bis hin zu dualen Studiengängen wie Betriebswirtschaft PLuS oder auch dem mathematisch-technischen Softwareentwickler (MATSE). Immer wieder werden Auszubildende von AIXTRON für ihre herausragenden Leistungen durch die IHK Aachen ausgezeichnet.

Im Geschäftsjahr 2016 beschäftigte das Unternehmen insgesamt elf Auszubildende und Studierende in den dualen Studiengängen. AIXTRON ist wichtig, den jungen Menschen nach ihrem Ausbildungserfolg eine Perspektive zu bieten. Daher konnten im Anschluss an ihre Ausbildung in den vergangenen Jahren alle Auszubildenden und Dual-Studierenden, die im Unternehmen verbleiben wollten, übernommen werden.

Weiterbildung
Dem Thema Weiterbildung und Qualifizierung kommt bei AIXTRON eine bedeutsame Rolle zu. Ein kontinuierlicher Lernprozess ist für AIXTRON eine wesentliche Voraussetzung, um auch in Zukunft technologisch anspruchsvollste Produkte zu entwickeln. Im Jahr 2016 haben alle AIXTRON-Mitarbeiter im Schnitt jeweils 19 Stunden an Weiterbildungen teilgenommen.

Mitarbeitergespräch
Als ein wichtiges Führungsinstrument finden bei AIXTRON seit vielen Jahren regelmäßig Mitarbeitergespräche statt. Ein Ziel des Gesprächs ist, dass sich Führungskraft und Mitarbeiter gegenseitig Rückmeldung geben und Maßnahmen besprechen, wie die Zusammenarbeit weiter verbessert werden kann. Ein weiterer wichtiger Baustein des Mitarbeitergesprächs ist die Schulungsplanung zur Mitarbeiterentwicklung.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberseite und Arbeitnehmervertretung ist ein wesentlicher Punkt der gelebten Unternehmenskultur und entspricht im Konzern dem Selbstverständnis eines partnerschaftlichen Miteinanders.

Leadership & Teamentwicklung
Führungsqualität hat einen großen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Daher fördert AIXTRON diese gezielt im Rahmen eines speziellen Leadership-Programms, bei dem Führungskräfte ein Coaching mit Techniken zur Management- und Teamentwicklung erhalten.

Teamarbeit ist ein wesentliches Merkmal der Zusammenarbeit im Unternehmen. Zur gezielten Förderung von Teamarbeit hat sich AIXTRON mit dem Team-Management-System für ein valides und wirksames Instrument entschieden, dass es Teams ermöglicht, ihre eigene Performance zu analysieren, zu entwickeln und entsprechend zu verbessern. Derzeit wird dieses Instrument unternehmensweit bei AIXTRON eingeführt und dauerhaft implementiert. Alle Mitarbeiter haben hierzu Teamentwicklungsworkshops durchlaufen, die die Entwicklung der jeweiligen Teams unterstützen. Ziel ist es, High-Performing-Teams im Unternehmen durchgängig zu etablieren. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter wichtige Impulse für ihre eigene berufliche Entwicklung.

Unterstützung karitativer Organisationen
AIXTRON fördert mehrere karitative Organisationen. So wurden beispielsweise in den USA karitative Zwecke unterstützt, indem Mitarbeiter benachteiligten Kindern Geschenke zukommen ließen, aber auch durch Lebensmittel- oder Geldspenden an Familien, bei denen eine ausreichende Lebensmittelversorgung nicht gewährleistet werden kann.

AIXTRON verzichtet bereits seit längerem bewusst auf die Versendung gedruckter Weihnachtskarten. Den dafür vorgesehenen Geldbetrag spendet AIXTRON seit Jahren an einen gemeinnützigen Förderkreis zur Unterstützung krebskranker Kinder in Aachen.

Außerdem unterstützen AIXTRONs Mitarbeiter in Kooperation mit dem Institut für Transfusionsmedizin (Uniklinik Aachen) durch regelmäßige Blutspenden die Aufgaben der Krankenversorgung. Darüber hinaus wird die finanzielle Vergütung der Blutspende durch die Mitarbeiter vollständig an karitative Einrichtungen gespendet.